Das Bedingungslose Grundeinkommen

Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) (zur Diskussion)
- eine lebendige Utopie

Von Adrienne Goehler

Viele Taijiquan- und Qigong Lehrende müssen gegenwärtig einen Großteil ihrer Energie für die Absicherung der eigenen Existenz nutzen. So geht es auch anderen kulturell Kreativen. Ihr enormes kreatives und kulturelles Potenzial wird nicht oder nur teilweise zum Wohle der Gesellschaft genutzt. Adrienne Göhler macht sich stark für ein bedingungsloses Grundeinkommen und erläutert dessen Vorteile für die bevorstehende radikale Veränderung in der Arbeitswelt.

Bitte nehmen Sie auch an unserer
Umfrage zum BGE
teil. Danke!

 

Das Bedingungslose Grundeinkommen

  • steigert die Selbstbestimmung
  • stellt die Frage danach »Wie will ich eigentlich leben?«
  • ist die Ermächtigung zur Selbstermächtigung
  • basiert auf einer Vertrauenskultur
  • ist vortrefflich kombinierbar mit »pluralen Formen der Ökonomie« (Rudolf zur Lippe)
  • stärkt das Gemeinwohl und den Gedanken von »nutzen statt besitzen«
  • Es ist bezahlbar.
  • Es ist genug für alle da.


Das BGE

  • reduziert die chronische Existenzangst, die übermächtige Gegenspielerinvon Glück und Kreativität
  • Fällt die Existenzangst weg, sinken die Gesundheitskosten und diegigantischen Gewinne der Psychopharmakonzerne.
  • Vor allem aber steigen die Entfaltungsmöglichkeiten aller, und eserhöht sich die Möglichkeit der Einzelnen, »nein« zu sagen zu sinnloser oder entwürdigender Arbeit.


Das BGE

  • eröffnet Möglichkeitsräume
  • Es geht nicht primär um das Müssen und Sollen, sondern um das Können und Wollen.
  • ist die adäquate Reaktion auf die radikale Veränderung von Arbeit, die in der »flüssigen Moderne« (Zygmunt Bauman) keine angestammten Plätze mehr vergibt, sondern unsicher und projektförmig ist
  • Denn wenn Alle ihr Grundauskommen haben, sind die Anderen nicht primär KonkurrentInnen um das immer knapper werdende Gut der bezahlten Erwerbsarbeitsplätze.
  • ist Hammer und Amboss, damit jede ihres Glückes Schmiedin sein kann
  • ist die notwendige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung für Glück
  • evoziert andere Arbeitsformen und -zeiten
  • ermöglicht Empathie. Deshalb kann sich Gemeinschaft anders entfalten, man kann sein Grundeinkommen mitbringen, um mit anderen etwas Gemeinsames zu entwickeln.

BGE und ZEIT

  • BGE bringt Zeithoheit mit sich: Denn wir können in diesem irrsinnig beschleunigten und unsicheren Sein nur sehr schwer Neues experimentell erproben, verwerfen, neu beginnen. Mit BGE schon.
  • Zeit ist auch die entscheidende Währung jeglicher nachhaltigen Entwicklung.
  • Nachhaltigkeit braucht Entschleunigung braucht Grundeinkommen.
  • Grundeinkommen ermöglicht Entschleunigung ermöglicht Nachhaltigkeit.

Dann haben wir auch die Voraussetzung dafür, woran uns Hannah Arendt erinnert:

Es steht uns frei, die Welt zu verändern und in ihr Neues anzufangen.

Erste Umsetzungen des BGE

In Namibia wurde im Dorf Otjivero das damals weltweit größte Pilotprojekt des bedingungslosen Grundeinkommens in der Zeit vom Januar 2008 bis Dezember 2009 durchgefürht. Aus dem Dorf bezogen 930 Menschen unterhalb des Rentenalters in dieser Zeit monatlich 100 Namibia-Dollar, also knapp zehn Euro: ein Betrag, der nicht ganz existenzsichernd ist, aber mehr als nur die schlimmste Not lindern kann. Eine Studie, mitfinanziert von der Friedrich-Ebert-Stiftung, zog die sensationelle Bilanz, dass das BGE Armut und Arbeitslosigkeit reduziert, ökonomische Aktivitäten und Produktivität gesteigert und die Bildung und Gesundheit für die meisten Namibier verbessert wurde.

Seit Januar 2017 hat Finnland als erstes europäisches Land versuchsweise das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt. In Form eines Pilotprojektes testet die Regierung durch die monatliche Auszahlung von 560 Euro an 2.000 ausgewählte arbeitslose Menschen die Auswirkungen des bedingungslosen Grundeinkommens. Der Betrag wird den Teilnehmern anstelle des Arbeitslosengeldes ausgezahlt. Sie müssen das Geld nicht versteuern und dürfen nebenbei auch arbeiten, ohne dass es sich auf das Grundeinkommen auswirkt. Zwei Jahre lang soll das Projekt laufen, doch schon heute sind erste positive Effekte zu erkennen.

Acht französische Départements wagen derzeit einen Vorstoß und wollen das Konzept „Geld ohne Leistung“ ausprobieren – unter anderem im lothringischen Nancy, berichtete die Saarbrücker Zeitung am 8. Januar 2018.

Auch in Deutschland machen sich einige Politiker stark für diese Idee und wollen sie in den kommenden Jahren partiell umsetzen. Außer den politischen Schritten braucht es auch die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger.

Vielleicht haben Sie Lust über die folgende Frage nachzudenken:

 

Wie würde sich Ihre Arbeit verändern, wenn Sie und Ihre Kursteilnehmer*innen ein bedingungsloses Grundeinkommen hätten?

 

 

Mehr Informationen zum Thema?

https://www.grundeinkommen.ch/adrienne-goehler/

http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/

https://www.grundeinkommen.ch/category/aktuell/



Autorin
Adrienne Goehler ist diplomierte Psychologin, ehemalige Präsidentin der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, war Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin und Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds. Gegenwärtig forscht sie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung über das Bedingungslose Grundeinkommen.

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