| Tai Chi Chuan-Schwert Yang-Stil Intensivseminar Sa 18.05 00:00-0:00 |
| Taiji Cortona (Toskana) So 19.05 09:30-12:00 |
| 11. Ausbildungsgruppe - Kurze Form nach Cheng Man Ching Fr 24.05 17:00-13:00 |
| YiZhiChan-Buddistisches "Finger-Zen" Qigong Sa 25.05 09:00-17:30 |
| JianShen YiQiFa - Qigong zur Qi und Essenz Vermehrung So 26.05 09:00-16:30 |
| Das Dao der Achtsamkeit - Der Weg zur eigenen Mitte Do 30.05 00:00-0:00 |
| Cheng Hsin Wochenende Berlin Sa 01.06 10:00-17:00 |
| Taiji-Prinzipien: Form und Push hands Sa 08.06 10:30-17:00 |


Die ersten offiziellen, deutschen Meisterschaften für Taijiquan (Tai Chi Chuan) fanden Pfingsten 2012 in Hannover statt.
Fast 100 TeilnehmerInnen im Alter ab 13 Jahren starteten am Pfingstsamstag im Zentrum für Hochschulsport Hannover zur ersten Deutschen Taijiquan Meisterschaft.
Die Veranstaltung fand nicht nur bei deutschen Taiji-Spielern Interesse, auch aus Dänemark,
Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz und sogar aus Taiwan waren Akteure und Gäste angereist. Von unserem Netzwerk waren immerhin sechs Leute bei den Schiedsrichterteams und 5 bei den Startern. Stefan Wahle aus Hamburg holte in der Klasse Peking-Stil bis 5 Jahre Erfahrung den dritten Platz. Christian Spruner von Mertz und Gudula Motsch gewannen einen je einen Platz im
Push Hands. Alle Gewinner der German Taiji Open und findest du hier.
Auf insgesamt vier Wettkampfflächen fanden Wettkämpfe in Formen und in Push Hands statt. Beim Push Hands wurde klassifiziert nach Gewicht. Es gab die Kategorien Fixed Step (fester Stand), Moving Step (Push Hands mit Schritten) und eine offene Klasse (unabhängig von Gewicht und Technik). Unter der erfahrenen Leitung von Nabil Ranné und Konstantin Berberich vom Chen Stil Taijiquan Netzwerk Deutschland (CTND) vergaben die Schiedsrichterteams jeweils an diejenigen
Punkte, die die andere Person aus dem Gleichgewicht bringen konnte. Bei 15 Punkten Vorsprung wurde der Wettkampf wegen technischem K.O. abgebrochen.
Auch wenn diese Wettkämpfe oft sehr kämpferisch aussehen und viele Zuschauer die Taijiprinzipien nicht mehr erkennen können, ist das Erleben der Wettkampfteilnehmer manchmal ein ganz anderes. Christian Spruner von Mertz unterlag zwar eindeutig im freien Wettkampf dem Champion, Lauren Smith, war aber ganz glücklich über diese Begegnung und schilderte voller Begeisterung diese Begegnung mit einem, wie er meinte um „Klassen Besseren“.
Im Formen-Wettkampf gab es bei den Handformen je eine Startergruppe im Peking-, Yang-, und Chen-Stil und im Offenen Stil unterteilt bis zu 5 Jahren und über 5 Jahre Erfahrung, also insgesamt acht Startergruppen.
Darüber hinaus konnte bei den Waffenformen in den folgenden Gruppen starten: Fächerform, Kurzwaffen (Säbel, Stock), Schwert unterteilt in bis zu 5 Jahren und über 5 Jahre Erfahrung und Langwaffen (Hellebarde, Speer). Unter der Leitung von Jan Leminsky von Wuwei vergaben die Schiedsrichterteams Wertungen vergleichbar denen beim Turnwettkämpfen oder Eiskunstlaufen.
Es können bis zu 40 Punkte vergeben werden. Die erste Stelle der dreistelligen Wertung drückt die Starterkategorie aus, dabei steht 2 für Erfahrungen bis zu 5 Jahren und 3 für Erfahrungen länger als 5 Jahre.
Allgemein wird die nichtstilgebundene, richtige
Ausführung der Techniken bewertet. Sie beinhalten die richtige Ausführung der typischen Stände, Wechsel von An- und Entspannung, den kämpferischen Ausdruck und einen realistischen Anwendungsaspekt. In den Waffenklassen müssen die ausgeführten Techniken der Waffe entsprechen und vorwiegend die typischen Block- und Angriffsmerkmale dieser Waffe aufweisen. Darüber hinaus wird die Beinarbeit bewertet, sichere, saubere Stände und fließende Übergänge. Weitere Bewertungskategorien sind Ausdruck, Atmung und Blick, die Präzision der Techniken, hierbei die Harmonie von Oberkörper und Beinen, Wechsel von Yin und Yang und in den Waffenformen das Zusammenspiel von Waffe und Körper. Bewertet wird darüber hinaus auch der Schwierigkeitsgrad, den die gezeigte Form enthält. Wohl wissend, dass alle Bewertungen nicht frei von subjektiven Urteilen sein können, garantiert die Bewertung von insgesamt 5 Personen und der Ausschluss der höchsten und niedrigsten Bewertung ein einigermaßen subjektives Urteil.
Die Schiedsrichter und Teilnehmer haben Großartiges geleistet. Es war eine sehr konzentrierte ruhige und freundschaftliche Atmosphäre, von der sich auch die neugierigen Zuschauer angezogen fühlten.
Viele der 70 Gäste kamen, um mal ein bisschen zu schnuppern und zu schauen, wie so was abläuft. Die Trainierenden vom Kungfu-Tempel Celle waren recht zahlreich erschienen, einmal um ihren Lehrer anzufeuern, aber auch um abzuwägen, ob man sich vielleicht auch selbst beim nächsten Mal trauen würde zu starten. Ähnliche Motivation hatten auch zwei Zuschauer aus Goslar, die bei Hongming Qu-Gutsche trainieren und für ihre Schule die Lage gepeilt haben. Die Teilnehmer würdigten die gute Organisation und die freundschaftlichen Begegnungen.
Unser Mitglied, Stephan Kölzow, das bei der GTO als Schiedsrichter für die Formen mitwirkte, fasste seine Erfahrungen so zusammen: „Zum einen war es eine Bereicherung so viele unterschiedliche Stile und Menschen erleben zu können. Zum anderen konnte ich bei einigen der Teilnehmer beobachten, wie sich die Form von einer Äußeren Bewegung in einen inneren Qi-Fluss gewandelt hat. Diese Veränderung vollzog sich innerhalb der 5 Minuten die sie dafür Zeit hatten! …Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, kam das hundertfach Trainierte zum Ausdruck. Ich bin sicher, diese Leute sind an dem Tag in ihrer Taiji-Entwicklung einen großen Schritt weitergekommen.“
Den Ausrichtern und drei Kooperationspartnern der German Taijquan Open sei an dieser Stelle herzlich gedankt.
Taiji-Europa, dem europäischen Portal für Taiji und Qigong
WuWei, dem Kompetenz-Zentrum für Tai Chi und Qi Gong
CTND, dem Chen-Stil Taijiquan Netzwerk Deutschland
Die German Taijiquan Open waren der Startschuss für eine Reihe von Turnieren in Deutschland. Wenn die Vorbehalte gegenüber Turnieren überwunden und sie an Popularität gewinnen, können sich bald auch Turniere auf Bundesländerebene etablieren und alle 1-2 Jahre ein bundesweites Turnier stattfinden. Die CTND - übrigens auch Netzwerk-Mitglied - mit Ihren Push Hands Open hat hier schon den Weg gebahnt.
Die Ergebnisliste des GTO 2012 steht hier zur Verfügung.
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